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Sonntag, 5. Oktober 2014

Gesichtet: A Walk Among the Tombstones

A Walk Among the Tombstones
Dt: Ruhet in Frieden

USA 2014
Regie: Scott Frank
Darsteller: Liam Neeson, Dan Stevens, David Harbour

Laufzeit: 114 Minuten 

IMDB Link


Boxoffice Link


Deutsche Filmseite: 

http://www.ruhetinfrieden-film.de/




Das hätte vor vor ein paar Jahren sicher niemand für möglich gehalten. Vor allem Liam Neeson selbst nicht. Mitte der Neunziger hat der gebürtige Ire das Angebot abgelehnt als James Bond in den Dienst ihrer Majestät zu treten. Er ist halt einfach nicht der Actiontyp! Pierce Brosnan übernahm. Und nun, mehr als ein Jahrzehnt später, waren es die Überredungskünste von "Leon der Profi"-Regisseur Luc Besson, die alles änderten. Als Neeson 2008 in die toughe Haut des ruppigen Ex-CIA-Agenten Bryan Mills in “Taken” schlüpfte und mit fiesen Einschüchterungen durchs Telefon nicht nur eine ganz besondere Gabe an Skills für den perfekten Anrufbeantworter-Text bewies, sondern quasi über Nacht auch die Kassen am Boxoffice explodieren ließ, ward eine neue Actionikone samt eigens kreiertem B-Movie-Genre geboren. Nach weiteren Baller-Hits wie “Taken 2”, "Unknown", “The Grey” oder “Non-Stop” soll es mit “A Walk Among the Tombstones” nun ein wenig morbider, intellektueller und vor allem sehr viel bedrückter zugehen. Ein wenig “Das Schweigen der Lämmer”, ein bisschen “Sieben” und eine Prise “8 mm” wurde Neeson in seinem neuen Film beigemischt.




Eines haben alle genannten Streifen gemeinsam: Sie spielen in den Neunziger Jahren. So auch “A Walk Among the Tombstones”: Was für ein scheiss Tag in New York. Erst streitet sich Polizist Matthew Scudder mit seinem Partner und dann ballern auch noch ein paar Jugendliche den Barkeeper über den Haufen, der ihm gerade noch sein Frühstücks-Gedeck mit einem Kaffee und 2 Whiskey Kurzen vor die Nase stellte. Scudder kann im Schnaps-Delirium gerade so seine Knarre zücken und verfolgt die drei Störenfriede durch die Stadt. Nach der Schiesserei, ist nichts mehr wie es war.

Als unlizensierter Privatdetektiv schlafwandwelt er nun auftragslos wie ein japanischer Ronin durch die letzten nicht gentrifizierten Gebiete Brooklyns voll von Grafitti und Müll, getränkt in schroffen Grautönen und in Panik vor dem bevorstehenden Millenium. Wir haben mittlerweile 1999. In der Bibliothek gibt es noch Röhrenmonitore, Kinder wissen mehr über das Internet als Erwachsene und nicht wirklich jeder hatte ein Handy. Zumindest Scudder nicht - ist einfach nicht sein Ding. Seine Detektivarbeit erledigt der wortkarge Mann zu Fuß, Befragungen gibt es nur Face to Face und als die Frau eines Drogenbosses von Sadisten zerstückelt aufgefunden wird, schaltet sich der Ex-Cop ein und macht sich auf die Suche nach den Gangstern. Doch fast wäre es nicht dazu gekommen: Als Liam Neeson das Drehbuch in der Hand hielt und eine Szene las, in der Scudder den vermeintlichen Entführer einer Minderjährigen durchs Telefon bedroht, wollte er das Ding wegwerfen. Zu sehr erinnert alles an seinen Action-Überraschungshit “Taken”. Doch zum Glück kam es anders. Er verleiht dem heruntergekommenen Ex-Polizisten viel Würde und eine gehörige Portion Coolness. Anstatt wild geschnittener Verfolgungsjagden und wirrer Karate-Action wird man in "Tombstones" mit beklemmender Stimmung und groteskem Humor an die Leinwand gefesselt. Und trotzdem ist eines sicher: Neeson ist einer der wenigen Schauspieler auf der Welt, der in seinen Filmen öfter telefonieren sollte. Diese Augen, die röchelnde bestimmende Stimme: Perfekt! 



Scudders besonderes Set an Skills beinhaltet hier den Umgang mit Stromschockern im Stresszustand, Bromance mit minderjährigen Bengeln und Shootout-Standfestigkeit auf Friedhöfen. Erfunden hat den nihilistischen Privatdetektiv Lawrence Block. Angelegt an Roman-Helden wie Sam Spade oder Philipp Marlowe trank und schoss sich Scudder seit 1979 mittlerweile durch 17 Bücher. In der Filmadaption ließen sich Regisseur Scott Frank und die Produzenten viel Freiraum. Zum einen haben Frauen nicht wirklich viel zu tun im "Tombstone”-Universum. Scudders Ehefrau wurde aus dem Skript gestrichen und die verbliebenen haben wenig zu sagen, meistens sind sie aber auch mit Kreischen und ihrem Überlebenskampf viel zu beschäftigt für den einen oder anderen Plausch. Anheuern würde man Scudder sicher nicht, mit dem grummeligen Detektiv kreierte Autor Block den eigentlich ungeeignetsten Ermittler, den die Literatur bis dahin gesehen hatte. Bei einer Veranstaltung brachte der Autor es selbst auf den Punkt.

“I'll tell you, if I were going to hire a private eye, Scudder's the last one I'd pick. He's either drunk or going to AA meetings, which leaves him with precious little time for work. His girlfriend's a hooker, and his best buddy is a career criminal and multiple murderer.”



Aber seine Klienten sind nun auch nicht wirklich die alltäglichsten Kunden. Genau wie Scudders Umfeld: Ein Obdachloser Lausbub (ein wenig fehl am Platz gespielt von Rapper Brian "Astro" Bradley), russische Koksmillionäre und Suizid-Gefährdete Taubenzüchter sind nicht die warmherzigsten Leute, die man um sich haben sollte. Wenn er nicht gerade auf der Bühne bei den anonymen Alkohlikern steht und über seine liquide Vergangenheit sinniert, sind es nun eben die "Gefallen an Freunden" die Scudder aus seiner Wohnung in die noir-getränkte Stadtlandschaft von New York locken. Mit einer gehörigen Portion Sadismus, farblosen Bildern und seiner Neunziger-Jahre Ästhetik grenzt sich "Ruhet in Frieden" wie der Streifen in den hiesigen Lichtspielhäusern heissen wird dabei von der restlichen Hollywood-Einheitsware an Actionstreifen ab. Doch mit 22 Millionen Dollar Einspiel in den USA und damit weit entfernt von der Goldgrube aller anderen Neeson-Genre-Filme, sieht es schlecht aus für die Verfilmung der restlichen Scudder-Romane. Hätte die schwermütige Stimmung mehr Resonanz hervorgerufen. Wer weiss? Vielleicht würde Scudder sogar seine Frau wieder bekommen und Neeson von seinem B-Movie-Fame wieder Richtung A- wandern. 



Genausoviel Pech hatte 1986 Jeff Bridges als er in "8 Million Ways to Die" in die von Alkohol getränkten Eingeweide Scudders aufweichte. Der Thriller von "Harold und Maude" Regisser Hal Ashby bot neben einer ausufernden Performance eines noch sehr jungen und mit Pferdeschwanz an den frühen Steven Seagal erinnernden Andy Garcia, buntes Los-Angeles-Koks-Flair und einen minimalistischen Showdown auf einem Miniatur "Angels-Flight" Rolltreppen-System, dass in den Eingang einer Luxusvilla fuhr. Ashbys letzter Kinofilm und quasi sein Karriere-Aus blieb von den Kinogängern der Achtziger Jahre quasi unentdeckt. Vielleicht sind Lawrence Blocks Scudder-Romane ja auch unfilmbar und Massenuntauglich. Eine gute Option sich eventuell mal wieder mit einem Buch in der Hand hinzusetzen und zu Lesen. 


60%


Mehr von Liam Neeson 


- Interview: Zu Taken 2 

- Review: TAKEN 2 
- UNKNOWN IDENTITY 

Liam Neeson Killcount Map: 





Jeff Bridges als Matthew Scudder in "8 Million Ways To Die" 




Neeson im "Bad Ass"-Interview zu "Tombstones" 




Neeson über seine Rolle in "Walk Among The Tombstones" 




Trailer: 





Dienstag, 4. Dezember 2012

Gesichtet: Parker


Parker 2013
Regie: Taylor Hackford
Darsteller: Jason Statham, Jennifer Lopez, Nick Nolte, Emma Booth
US-Start: 24. Januar 2013 
Filmstart: 7. Februar 2013

Rottentomatoes: 91% (audience)









Eins ist auf jeden Fall klar: Parker ist der schnellste Autoknacker der Filmgeschichte. Noch nie hat man jemanden gesehen, der so rasch die unterschiedlichsten Karren kurz schließen kann. Da will man nur mal eben zum Geldautomaten und während man gerade seine Pinnummer eingibt, fährt Parker schon unbemerkt mit deinem Auto im Hintergrund an dir vorbei. Das ist natürlich nicht alles was der wortkarge Kerl so drauf hat. Der “echte Mann”, wie er von Jennifer Lopez’ Film-Mama erwartungsvoll genannt wird, hat auch so seine Prinzipien. Wer versucht ihn ab zu murksen und seinen Teil der Beute einheimst, der muss halt mit dem Echo rechnen. Da hilft es auch nicht, dass Vaterfigur Nick Nolte mit den 200.000 Dollar, die nun in Parkers Urlaubskasse fehlen, in der Sporttasche vor ihm steht und den Spuk beenden will. Prinzip ist Prinzip und so schnappt sich Parker (Wer braucht schon einen Vornamen, die sind eh nur für Pussys) einen Cowboyhut, passende Stiefel samt engen Anzug und macht sich auf die Suche nach den Verrätern. 


Foto: Constantin Film
Die mehr oder minder aus Prolls und Rednecks zusammengewürfelte Truppe plant jedoch schon den nächsten Coup. Juwelen im Wert von 75 Millionen Dollar in Palm Beach Florida während einer Auktion vor den Augen der Polizei klauen. Damit hätten sicher sogar “Ocean’s” Freunde einiges zu tun. Wirklich glaubwürdig sind die Hillbillies nicht, die nach dem Job des Jahrhunderts erst mal mit dem Sixpack Bier aus der Küche anstoßen und Panik schieben. Das wäre George Clooneys Armani-Nobel-Truppe nicht passiert. Aber egal. Parker muss sich nebenbei eh noch mit Auftragskillern rumschlagen, sich von seiner Freundin zusammen flicken lassen und den sexuellen Avancen von Jennifer Lopez wiederstehen.



Man macht sich plötzlich Sorgen um Jason Statham. Der schlafwandelt durch die sich ewig, wiederholende Action-Story und spielt die ganze Schose ein wenig so als wäre er in Trance. Hier mal blutverschmiert, grimmig in die Kamera gucken, schnell noch das eine oder andere Genick brechen und bloß keine Emotionen zeigen. Sogar nach Jennifer Lopez’ Striptease kostet es den gebürtigen Engländer große Überwindungen aus seinem bequemen Sessel auf zu stehen und auch nur den Ansatz einer Gemütsbewegung erkennen zu lassen. “Anziehen!” ruft er nur nüchtern und verschwindet aus dem Hotelzimmer. Knisternde Erotik geht anders. 




Die größte schauspielerische Leistung hätte da noch der texanische Akzent sein können, doch der sitzt allerdings überhaupt nicht und wirkt total lächerlich. Noch viel besorgter ist man nach dem Film allerdings um Nick Nolte. Der sieht so aus, als hätte man ihn auf Steroiden aus dem Altersheim entführt und ohne Zivi irgendwie verloren ans Filmset gestellt. Hier wirkt er wie ein verwirrter Demenzkranker der nicht genau weiß, was er tun soll wenn die Kameras auf ihn gerichtet sind. Verstehen kann man sein lispelndes, unfreiwillig komisches Geschwafel auch kaum.


Foto: Constantin Film
Der einzig spannende Charakter der Geschichte kommt da ein wenig zu kurz. Parkers Power-Freundin Claire alias Emma Booth. Die sticht nicht nur den Killern, die sie unter der Erde sehen wollen, vorausschauend die Reifen kaputt, nein Madame hat sogar Qualitäten als Teilzeit Ärztin, sexy Betthäschen und abgeklärte Freundin. “Keine Narben mehr haben wir doch gesagt!” merkt sie beim gemeinsamen Duschen an. Sogar besorgt darf sie also sein. Endlich ein paar Emotionen in der Geschichte, bei der man vor Unterkühlung schon fast erfriert. Man könnte sich ein Spin-off mit Emma als Hauptdarsteller wünschen, würde sie nicht nur dafür missbraucht werden, brav in einer Holz-Fischer-Hütte auf ihren Mann zu warten.


Foto: Constantin Film
Da wäre dann noch die Action zu erwähnen. Die hier durchaus innovativ in Szene gesetzt ist. Was haben wir von “Parker” gelernt? Man muss nicht immer nur stupide auf den Auslöser drücken, auch das Magazin einer Automatikwaffe kann als Mordinstrument zweckentfremdet werden. Und allein dafür lohnt es sich wenigstens ein mal rein zu schauen in die abgeklärte Welt von Parker. Dafür und für den riesigen, überdimensionalen Cowboyhut. 


Statham ist auch bei weitem nicht der Erste, der in die Schuhe von Parker schlüpft. Schon acht Mal zog es die unterschiedlichsten Schauspieler als Super-Gangster auf die große Leinwand. Vorlagen gibt es genug. Parker ist nämlich Krimi-Buch-Star. Erfunden von Schriftsteller Donald Westlake entstanden unter dem Schreiber-Synonym Richard Stark seit 1962 ganze 24 “Parker”-Thriller. Acht davon wurden verfilmt. So unterschiedliche Regisseure wie Jean-Luc Godard, John Boorman oder Brian Helgeland wagten sich an den minimalistischen Stoff (Parker gerät in Schwierigkeiten - Parker entkommt seinen Schwierigkeiten). Allerdings ließ es sich Autor Westlake nicht nehmen eine gewisse Klausel in die Verfilmungs-Rechte ein zu bauen. Welcher Schauspieler auch immer Parker verkörpert, solle doch gleich für eine komplette Serie Unterschreiben. 

Das wollte irgendwie niemand so recht und so heißt der Held in seinem Film-Ouevre entweder Porter, Walker oder Stone. Godard verwandelte ihn gar in eine Frau namens Paula Nelsen (”Made in U.S.A”) und in “Split” - der mutig in den USA der sechziger Jahre die Rassentrennung ansprach - ist Parker ein Schwarzer namens McCain. 2008 starb Autor Westlake mit 75 Jahren in Mexiko und hinterließ ein Lebenswerk von über einhundert Romanen, sowie die Rechte zu Parker. Deshalb ist Statham nun der erste in der Reihe, der seinen original Namen tragen darf. 

Liest man sich ein wenig durch die Parker-Krimis, merkt man schnell, Regisseur Hackford ("Ray") klammerte sich streng an die Vorlagen. Der verschlossene Profi und seine stringente Arbeit waren nie für ein Mainstream-Publikum gedacht. Das betonte Westlake in einem Interview mit der Chicago University selbst: 


"More than that, I’d done nothing to make him easy for the reader; no smalltalk, no quirks, no pets. I told myself the only way I could do it is if I held onto what Buck seemed to like, the very fact that he was a compendium of what your lead character should not be. I must never soften him, never make him user-friendly, and I’ve tried to hold to that."


Drei Regeln gibt es in Parkers-Welt zu befolgen: 


- Never have sex when working a caper. (Before and after is a different story.) - During a takeover job, learn and use the first names of the people you're holding at gunpoint. It boosts their ego and makes them easier to deal with.- When a caper goes sour and a partner gets in trouble, it's their tough luck. The professional crook sticks his neck out for no one.


Auch die acht entstandenen Filme machen da keine Ausnahme: 

Made in U.S.A. 1966
Der französische Nouvelle Vague Star Jean-Luc Godard verwandelte Parker in eine Frau. Anna Karina (in ihrer letzten Zusammenarbeit mit Godard) macht dabei eine gute Figur als Paula Nelson, eine linke Schriftstellerin mit weitreichenden Problemen. 



Basierend auf den Stark-Roman "The Juggler" blieb der Streifen in dem Titel gebendem Land jedoch recht unbekannt. Bis die DVD bei Criterion veröffentlicht wurde.  


Trailer: 

Point Blank 1967 
Der ultra stylische John Boorman Thriller basiert auf den Parker-Roman "The Hunter" und schickt Lee Marvin in Parkers Schuhen auf die Jagd nach seinem untergrabenen Anteil der Beute eines Auftrags. 


Kritiker Roger Ebert hatte zwar einige Bedenken bei dem doch recht simplen Plot (Lee Marvin will seine Kohle wieder haben und bringt auf dem Weg dahin ein paar Typen um), allerdings musste auch Feuilleton-Greis zugeben "...and as suspense thrillers go, "Point Blank" is pretty good". 

Echte Männer eben... 
"There are two kinds of people in his uptide world, his victims and his women. And sometimes you can't tell them apart"


Mise á Sac 1967 
Eine kleine Minenstadt wird Zeuge eines großen Angriffes. Die Vorlage "The Score" verfilmte Regisseur Alain Cavalier in Frankreich mit Philippe Moreau. 


Bis auf das doch recht verheißungsvolle Poster, gibt es leider nicht viel über den Film zu entdecken. 


Einige wenige Infos kann man hier nach lesen: 

http://violentworldofparker.com/?page_id=2439

Weder eine DVD-Veröffentlichung, noch eine Videofassung konnten bis dato ausfindig gemacht werden. 





The Split 1968 




Basierend auf den Roman "The Seventh" gibt es hier eine bahnbrechende Erneuerung. Parker ist Schwarz (Jim Brown spielt Parker, der hier McClain heißt). Im Amerika der sechziger Jahre war es noch immer eine Seltenheit Schwarze Schauspieler als Hauptdarsteller zu besetzen, vor allem bei Nebendarstellern wie Donald Sutherland, Gene Hackman oder Ernest Borgninge. Über weitere ambitionierte Rassenthematiken die der Film anspricht wusste damals auch die New York Times zu berichten. 

"But in its last half hour the picture makes a sudden and extremely ambitious leap outside its genre: a white neighbor, originally almost irrelevant to the story, tries to rape Miss Carroll and existentially spoils the crime. It is hard to adjust one's mood from pleasant, color-transposed genre thriller to something racially serious, yet the movie is tactful about it"

Neben einem groovigen Quincy Jones Soundtrack 



Gibt es hier auch den original Trailer zu sehen - inklusive Jim Brown Drop-Kick-Action: 



The Outfit 1973 
Basierend auf den Roman "The Outfit" ist es hier Robert Duvall der sich Parkers böse Mine überstreift und nach einem bitteren Knastaufenthalt nach Rache sinnt. Regisseur John Flynn gelingt damit ein detailverliebter Thriller, der es zu Gunst und Lobpreisungen bei Kritiker Roger Ebert brachte. 




Slayground 1983
Regisseur Terry Bedford inszenierte Schauspieler Peter Coyote als Parker alias Stone in dem gleichnamigen Thriller zur Buchvorlage. Allerdings nahm sich die Regie hier viele Freiheiten und kreierte eher einen eigenständigen Actionfilm als eine reine Adaption der Novelle. Eine Enttäuschung für die Fans. 

"Stone is definitely not Parker. He complains a lot and he’s overemotional for someone in his line of work. This is frustrating" 

Trailer: 

Payback 1999
Die wohl bekannteste Verfilmung des Parker-Stoffes mit Mel Gibson in der Hauptrolle als Porter war Ende der Neunziger Jahre mit 161 Millionen US-Dollar Einspielergebnis keinesfalls ein kommerzieller Flop. Regisseur Brian Helgeland musste sich nur endlosen Schnitten, Re-Cuts etc. unterziehen, bis er sieben Jahre später im "Straight Up"-Cut seine düstere, wortkargere Version zeigen durfte. Alle Fassungs-Unterschiede und die komplette Story dazu gibt es auf schnittberichte.com zu bewundern.



 Lucy Liu über ihre Rolle: 


Trailer: 

Weiterführende Informationen gibt es auf: 


Trailer: Parker 2013 ... 


50%
Text: Markus Breuer 
Fotos: Constantin Film 

Montag, 3. Dezember 2012

Gesichtet: Taken 2



96 Hours – Taken 2

Regie: Olivier Megaton

Darsteller: Liam Neeson, Famke Jannsen


Homepage: http://www.96hours-taken2.de/

Rottentomatoes: 21%
Boxoffice:
http://boxofficemojo.com/movies/?id=taken2.htm





Was verursacht - statistisch gesehen - die höchste Sterberate bei 25 - 32 jährigen, im Menschenschieber-Business aktiven, Albanern? Natürlich! Liam Neeson. Der Charakterdarsteller ballert sich in “96 Hours - Taken 2” erneut durch die osteuropäische Menschenhandel-Szene. Diesmal schnappen sich die Bösewichte nicht seine Tochter, sondern entführen seine Frau und Neeson alias Ex-CIA-Agent Bryan Mills höchstpersönlich.




Vor vier Jahren hätte Mills in Paris noch den Eiffelturm umgerissen, um Töchterchen Kim aus den Fängen der Fieslinge zu befreien und scheute nicht davor zurück, extreme Gewalt, Folter & alte CIA-Kontakte zu nutzen um an sein Ziel zu kommen. Dabei starben eine Prostituierte, Kims beste Freundin und haufenweise albanische Gangster. Zumindest um einen davon, wird nun in der Eröffnungs-Beerdigungs-Sequenz getrauert. Familienoberhaupt Murad schwört Rache und will - koste es was es wolle - Mills zur Strecke bringen. 


Premiere am Times Square
Der ist gerade auf Bodyguard-Mission in Istanbul unterwegs und befindet sich dann auch ziemlich schnell samt Frau in den klauen des rachsüchtigen Vaters. Jetzt wird der Spieß umgedreht und Tochter Kim muss ihrem Daddy helfen, wieder frei zu kommen.




Mit “Taken”’s gigantischen Einspielergebnis von über 200 Millionen Dollar weltweit hatte 2008 niemand gerechnet. Da fällt es jedem Produzenten natürlich schwer nicht direkt für Nachschub zu sorgen, auch wenn es keinen offensichtlichen inhaltlichen Grund gibt, weiterzumachen. Man nehme die bewehrten Zutaten aus dem ersten Teil und verlagere die Story in eine andere Stadt, fertig ist der neue Film. Ein riesiger Pluspunkt ist aber, dass Liam Neeson - dessen Rolle in “Taken” schon längst Kultstatus genießt - wieder mit an Bord ist. Nach dem großen Erfolg des Originals entwickelte sich der 60-Jährige mit Filmen wie “A-Team”, “Unknown” oder “The Grey” zu einem gern gesehenen, abgeklärten Action-Opi.




Auch in “96 Hours - Taken 2” füllt sich wieder ein Leichensack nach dem anderen. Istanbul ist dabei eine gern gesehene Kulisse, obwohl mit brachialer Härte der Gemüsemarkt, die amerikanische Botschaft oder ein Hammam zerstört wird, kommt immer wieder Urlaubs-Flair auf. Da stört es auch kaum, dass sich in der Stadt niemand dafür interessiert, wenn Töchterchen Kim mal die eine oder andere Handgranate, als Signal für Papi auf den Häuserdächern in die Luft gehen lässt. 



Auch dass das Wort “nachladen” nicht in Bryan Mills’ Wortschatz vorkommt und wohl eher für Pussys wie “James Bond” oder “Jason Bourne” erfunden wurde, ist schnell verkraftet. Wieso die Bösewichte ihren Erzfeind - nachdem er locker über 30 von ihren Freunden gekillt hat - dann nur mit einem Bändchen Kabelbinder an einen Stuhl fesseln und sich sicher fühlen, dass wird wohl jedoch für immer ein Rätsel bleiben.

Obwohl “96 Hours - Taken 2” immer mal wieder an eine Steven-Seagal-Videopremiere aus den Neunziger Jahren erinnert, macht es trotzdem einen Heidenspaß Neeson mit grimmiger Miene als Ein-Mann-Bulldozer durch die Türkei wüten zu sehen. Zwar ein wenig mit angezogener Handbremse und ohne die kleinen, fiesen Genre-Grenzüberschreitungen des Originals, dafür aber mit einem weitaus höherem Budget und schicker Hochglanz-Optik.

Trailer: 



Liam Neeson im Interview: 




40%
Text: Markus Breuer 

Freitag, 31. Dezember 2010

Gesichtet: "Troubleshooter"


Troubleshooter
OT: Hae-gyeol-sa
Korea 2010

Filmstart: 09. September 2010
Laufzeit: 99 Minuten 

Regie: Hyeok-jae Kwon
Mit: Kyung-gu Sol, Jung-Jin Lee, Dal-su Oh

Links:
rottentomatoes: no score
imdb: 6,4
ofdb: 5,6
boxofficemojo: nicht vorhanden

Sol Kyung-Gu ist einer der bekanntesten koreanischen Schauspieler. Spielte in "Another Public Enemy" oder "Silmido" mit, doch jetzt geht es ihm in "Troubleshooter" an den Kragen. Als Kang Tae-Sik erlebt der Charakter-Mime 24 Stunden Terror. Der Ex-Cop ist
mittlerweile Privatdetektiv und und geht den Fall eines Anonymen Klienten nach. Gerade ist der Abend noch in Ordnung, da steht Tae-Sik plötzlich als Mordverdächtiger in einem Hotelzimmer und tritt fortan von einem Fettnäpfchen ins andere. Irgendwer hat es auf ihn abgesehen, irgendwer der auch gleich mal anruft und über das Handy Instruktionen verteilt. "Verschwinde über das Dach", "mach was ich sage, dann passiert dir nichts" blabla...

In "Troubleshooter" wird telefoniert, viel telefoniert. Gesprochen, geschrien und sich auseinandergesetzt wird hier fast nur über das Handy. Handys werden vertauscht, geklaut und sind allgegenwärtig. Alle zwei Minuten zückt jemand sein Mobiltelefon. Entweder ruft Tae-Sik seine Tochter an, der erst mal erklärt werden muss, dass es mit dem Abholdienst aus der Schule, aus gegebenen Anlass nicht so klappt. Oder die Polizisten, die dem vermeintlichen Mörder auf der Spur sind, telefonieren mit Kollegen und Zeugen, es ist immer wer an der Strippe. Wenn gerade kein Handy zur Stelle sein sollte, oder man angst hat, abgehört zu werden, kein Problem, Tae-Sik rennt auch mal eben zur Telefonzelle. Ein Kommunikations-Thriller aus dem neuen Jahrtausend so zu sagen. Ungefähr zur Halbzeit des Streifens fragt man sich dann, warum jeder in Südkorea eines dieser Klapphandys hat -- Jeder. Na ja, egal. Die Aktion und die Kameraarbeit sind großartig. 

Die ausreichend, vorhandenen Actionszenen sind sehr reduziert, auf Faust und Messer-Kämpfe beschränkt. Doch Mitten im Geschehen ist der Zuschauer mit Nahaufnahmen und Wackelkamera -- Realismus wird beim "Troubleshooter" groß geschrieben. Wenn hier jemand auf die Fresse bekommt, oder mit dem Kopf gegen ein Waschbecken geknallt wird, dann tut das beim zusehen richtig weh. Und die Kamera-Arbeit, super! Die Kamera fährt in Lüftungsschächte, schleicht sich durch Hausflure und ist immer im dynamischen Geschehen verankert. Coole Neon beleuchtete Sets, setzen noch einen drauf und dann ist die Geschichte auch Nebensache, wenn schnell der nächste Messerkampf wieder für Spannung sorgt. "Troubleshooter" ist ein klares Beispiel für "Stil über Substanz"-Filme, sieht aber ultra teuer produziert aus und bietet solide Unterhaltung für den Videoabend.

60% 




Text: Markus Breuer
Fotos: Promo 

Sonntag, 26. Dezember 2010

Gesichtet: "The Man From Nowhere"




The Man From Nowhere
OT: Ajusshi
Korea 2010

Filmstart: 24. September 2010
Laufzeit: 119 Minuten 
Regie: Jeong-beom Lee
Mit: Bin Won, Sae-ron Kim, Tae-hoon Kim, Thanayong Wongtrakul, Do-won Jeong

Links:
rottentomatoes: no score
imdb: 7,9
ofdb: 7,4

boxofficemojo: 43 Millionen








Hier ist er, der Südkoreanische Über-Blockbuster "Ajusshi". Ein Film wie ein Faustschlag in die Magengrube. Brutal, ultra-realistisch und gespickt mit Atem raubenden Actionsequenzen -- ja -- zurecht, der Streifen mit dem höchsten Einspielergebnis des Jahres 2010 in seinem Herkunftsland. "The Man From Nowhere" startete im August in Südkorea und übertraf damals sogar den Nolan-Hit "Inception", der gleichzeitig anlief.

Ein paar Wochen später ging es mit dem stylischen Actionkracher erst mal auf Festival-Tour. In die Filmauswahl des "Fantastic Fest" in den Staaten schaffte es der Film und Eröffnungsfilm des "London Korean Film Festival" durfte sich "Ajusshi" samt Roter Teppich Allüren auch schimpfen. In Deutschland müssen Fans wohl auf eine DVD-Veröffentlichung warten, doch momentan ist nicht mal ein Verleih auf den Streifen aufmerksam geworden. Schade, denn "The Man From Nowhere" hat es durchaus verdient von einem großen Publikum gesehen zu werden.

Wir befinden uns auf den Strassen von Südkorea, sehr hell und bunt ist es hier nicht. Es scheint, als würde es den ganzen Tag nur regnen, die Gehwege sind voller Müll, Grautöne sorgen für eine beklemmende Leere. Irgendwo in einem der ellenlangen, düsteren Hauseingängen arbeitet Tae-Sik Cha in seiner Pfandleihe. Von anderen Menschen und der umliegenden Zivilisation will Tae-Sik nichts wissen, er ist ein Einzelgänger, sein vergangenes Leben scheint ein einziges Mysterium zu sein. Halt ein Man aus dem Nirgendwo. Doch irgendwie passt das alles nicht so wirklich zu ihm.


So richtig glaubt man Hauptdarsteller Won Bin (der vor seiner Schauspielkarriere erfolgreich als Model arbeitete), seinen ernsten Gesichtsausdruck und die wortkage Einsamkeit nicht. Viel zu hübsch sieht der "lonely pawn-shop guy" aus, der sein Gesicht hinter langem Emo-Style-Haar versteckt und eher wie ein K-Pop-Teenie-Held drein schaut, als ein einsamer Rächer. Doch alles egal, denn die talentierte Jungdarstellerin Sae-Ron Kim hilft direkt wieder in die düstere Geschichte ein zu tauchen.

So-Mi (Sae-Ron Kim) hat nicht gerade das Vorzeige-Leben einer 9-Jährigen. Sie lebt mit ihrer fluchenden, total verkorksten Mutter direkt neben der Pfandleihe. Langsam nähert sie sich Tae-Sik, wird zu seinem einzigen sozialem Kontaktpunkt und erhellt sein tristes Dasein mit selbst, zusammengestellter Musik aus ihrem Mp3-Player. Als Gegenleistung darf die Kleine auch mal bei ihm pennen, wenn Mama sie wieder nach einer zu starken Heroin-Dosis brüllend vor die Tür setzt. So weit so gut.

Das man auf Herion nicht gerade die hellsten Entscheidungen trifft, beweist Mama Hyo-seo Kim als sie ihren Dealer umhaut und ihm seinen Stoff klaut. Der Stein mit den bösesten Schicksalsschlägen kommt ins Rollen. Wer den Film jetzt schon für zu abgründig hält, der war wohl noch nie in Südkorea. Ab hier geht es immer tiefer Bergab in Richtung gewalttätige Drogendealer, brutale Cops, Organhandel und Kindesentführung. Man fragt sich, wie unangenehm es war, das alles so detailreich zu recherchieren.

Natürlich weist die Geschichte in ihren besten Momenten, wie beispielsweise Tae-Siks Vergangenheit, die langsam ans Tageslicht kommt, einige interessante Wendungen, aber auch Ecken und Kanten auf. Was den Film jedoch wirklich sehenswert macht, ist die ultra, stylische Inszenierung. Zähneknirschende Messerkämpfe aus der Ich-Perspektive, visuell-beeindruckende Ballerorgien und bluttriefende Rachegelüste inszeniert Regisseur Jeong-beom Lee in seinem erst zweiten Film, zu dem er auch das Drehbuch beisteuerte, mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen. Er ist nicht perfekt, der Mann aus Nirgendwo, aber kann sich durchaus sehen lassen und lässt auf zukünftige Projekte des Teams hoffen.

Fazit: 

70%

Das Team hinter den Kulissen, bei den Dreharbeiten zu einigen der Actionszenen.

Trailer:



Text: Markus Breuer
Fotos: Promo