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Sonntag, 26. Februar 2012

Skulls: Der ultimative Endgegner

Der ultimative Endgegner: Totenkopf-Filmbösewichte! 

Nicht nur als Aufkleber auf Giftflaschen, überall auf der Welt sind sie ein Zeichen für das Böse. Ja, sie erzeugen Unbehagen und sind einfach ultra fies... Totenköpfe! 

Ghost Rider ist eine ganz eigenwillige Spezies der Totenkopf-Bösewicht-Gattung. Zwar raubt er gerne Seelen und schickt sie ohne Umwege, direkt in die Hölle, nur ist der Rider nicht zwingend böse. In seinem neuesten Kinoabenteuer “Ghost Rider: Spirit of Vengeance” kämpt er gar erfolgreich gegen den Teufel persönlich. Das kann man von folgenden “Evil-Skull-Kandidaten” nicht behaupten: 

   
Hugo Weaving als Red Skull aka Johann Schmidt: 
Der gedopte Supernazi will mit seiner eigenen Faschistenarmee Captain America den gar aus machen. In seinem ultra geheimen “Hydra”-Forschungsinstitut werkelt der Mega-Schurke an allen möglichen Waffen und Drogen herum um die Menschheit zu unterjochen und die gesamte Welt zu unterdrücken. 

Ein intelligenter Super-Human-Nazi mit einem roten Totenkopf auf seinem Hals: Ja, warum eigentlich nicht. Funktioniert in dem 2011er Streifen wunderbar, nimmt sich selbst nicht allzu ernst und bekommt 4 von 5 Evil-Points.  

Lasst euch das alles aber am besten von Hugo Weaving selbst erklären:


Skeletor
Skeletor macht He-Man und seinen Freunden das Leben schwer. Dabei will er einfach nur über den Planeten Eternia herrschen. 

Skeletors fieseste Beleidigungen: 


Engelbert von Nordhausen -- Die deutsche Synchronstimme von Skeletor stellt sich seinen Fans:



Jeffery Meek als Shao Kahn in der TV-Serie Mortal Kombat Conquest


Da bleibt nicht viel zu sagen. Die Serie war genau so schnell wieder verschwunden, wie sie Ende der Neunziger Jahre im TV-Äther auftauchte. Wohl auch zurecht: 


Die Totenkopf-Brigaden der Nazis

Donnerstag, 23. Februar 2012

Gesichtet: Ghost Rider: Spirit of Vengeance



Start: 23. Februar 2012 

Regie: Mark Neveldine/Brian Taylor 

Mit: Nicolas Cage, Christopher Lambert u.a. 


Laufzeit: 95min. 






Der Ghost Rider ist kein normaler Marvel-Superheld wie Thor oder Iron Man. Der Rider war nie ein funkelnder Retter der Armen und Beschützer der Menschheit. In der Not entpuppt er sich als waschechter Antiheld, der von der unstillbaren Sucht getrieben wird, schuldige Seelen in die Hölle zu verbannen. 

Der erste Teil von 2007 entpuppte sich trotzdem als hochglanz Comic-Blockbuster, der sich kaum von anderen Verfilmungen unterschied. Na gut, der Ghost Rider hatte einen brennenden Schädel und trug ne coole Lederjacke, aber davon abgesehen war er doch nur irgendwie ein Held wie jeder andere. Diese glattgebügelte Version des Anarcho-Comics stieß nicht nur bei Fans, sondern auch bei dem bekennenden „Ghost Rider“-Liebhaber Nicolas Cage auf Argwohn. Immer wieder kämpfte er für eine weitere Chance den harten Stoff doch ein wenig wilder auf die Leinwand zu bringen und diese nutzt er nun mit „Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance“. 

Das „Crank“-Krawall-Regie-Duo Mark Neveldine und Brian Taylor ist mit der Verfilmung ein doch recht wilder Genrefilm gelungen, der sich klar von gelackten Hollywood-Schinken unterscheidet. Natürlich ist die Neuinterpretation des Stoffes jetzt nicht mehr allzu Massentauglich, dafür aber viel gerechter zu seiner Comicvorlage. 



  Einst verkaufte Stuntfahrer Johnny Blaze (Nic Cage) seine Seele an den Teufel (Ciaran Hinds) um seinen Vater vor dem sicheren Krebstod zu bewahren. Seit dem ist er als Satans Handlanger in Form eines flammenden Skeletts in bester „Hells Angels“-Manier mit flammenden Ketten und feurigem Motorrad unterwegs um die Seelen der von der Hölle auserwählten in den Abgrund zu befördern. Ganz klar, Blaze hat da echt keinen Bock mehr drauf. Also verschanzt er sich in Osteuropa um seinem Fluch zu entkommen. 

Aber mit dem Frieden ist es schnell vorbei, als plötzlich der Martial-Arts-Priester Moreau (Idris Elba) hereinstürmt und den Rider um Hilfe bittet: Der Teufel ist hinter dem 12-jährigen Danny (Fergus Riordan) und dessen Mutter Nadya (Violante Placido) her, weil er hofft, mithilfe des Jungen seinen alt-werdenden Körper abstoßen zu können und wieder wie neu die Erde zu unterjochen. 



Hach ja, hier kann Nicolas Cage in seiner Rolle mal wieder so richtig am Rande des Wahnsinns agieren und mit verrückten Gesten und weit geöffneten Augen seinen Schädel durch die Luft wirbeln. Das klingt zwar sehr übertrieben, ist bei „Ghost Rider 2" aber genau der richtige Weg. Statt des handzahmen Johnny Blaze aus dem ersten Film gibt es diesmal einen Ghost Rider, der schniefend und zitternd durch die Welt rast. Natürlich ist das Anarcho Regie-Duo Neveldine/Tayler, die mit ihrem „Crank“-Filmen für Furore sorgten, dabei die beste Wahl und so erfährt man beispielsweise, was man schon immer über den Seelenrächer aus der Hölle wissen wollte: Wie sieht es wohl aus, wenn man als flammender Motorrad-Untoter pinkeln muss? „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“  gibt eine feurige Antwort in feinster Videoclip-Ästhetik.  Weitere Highlights sind „Highlander“-Darsteller Christopher Lambert als glatzköpfig, tätowierter Kung-Fu-Priester oder eine Attacke des Riders mit einem gigantischen, in Flammen stehenden Bagger auf eine Gruppe von mit Panzerfäusten bewaffneten Gangstern.

Der letzte Kick fehlt jedoch immer noch. Die Handlung in Osteuropa bietet wenig Platz für witzige Popkultur-Referenzen, trotz aller verrückten Momente, bleibt der Streifen doch ein wenig brav und die Story vom Teufel, der einen kleinen Jungen für seine satanischen Rituale benötigt, haut einen weder vom Hocker noch ist sie sonderlich originell. Auch die 3D-Effekte sind nicht unbedingt atemberaubend, aber trotzdem kann man sich über eine äußerst freche Genreverfilmung in einem dreckigen, übertriebenen Look freuen. 

Trailer:

Sonntag, 19. Februar 2012

Cage Rage: Nicolas Cage im Portrait

Es gibt niemanden der so ist wie Nicolas Cage.






Der Vollgas-Schauspieler ist ein cineastisch aufleuchtender Sonderling mit einem uneingeschränktem Spielraum, dessen weit gestreute Filmographie seines gleichen sucht. Wie ein Heroinjunkie auf der Suche nach seinem nächsten Schuss, rast Nic Cage durch seine Filmprojekte.


Ob er nun geistesgestörte Vietnamveteranen, zwangsneurotische Betrüger, russische Waffenhändler, moralische Kreuzritter, PS süchtige Autodiebe, einen Rächer aus der Hölle, sich zu Tode trinkende Drehbuchautoren, drogensüchtige Sanitäter, Crack rauchende Polizisten oder einen Engel spielt: Nicholas Kim Cage fasst seine schauspielerische Hingabe selbst so zusammen: „Hollywood wusste nicht ob ich wirklich spielte, oder echt verrückt war“. Für David Lynch ist er der „Jazzmusiker der Schauspielerei“





Der 1964 geborene Sohn des italienisch stämmigen Literatur Professors August Coppola (Bruder von Regisseur Francis Ford Coppola), der deutschstämmigen (Omi kam aus Cochem an der Mosel) Tänzerin und Choreographin Joy Vogelsang, änderte seinen prominenten Nachnamen schon früh in seiner Karriere, um ein eigenes Image mit eigenartig schrulligen Rollen auf zu bauen.



Die High School schmiss Cage schon mit 17 Jahren. Natürlich aus Protest, denn dort hatte man dem komischen Kauz, der sich bei seinem Abschlussball Anzug und Schuhe voll kotzte und deshalb von seinem eigenen Limousinenfahrer nicht mehr ins Auto gelassen wurde, keine Rolle in der Schulaufführung spielen lassen. Ein Job musste her, am besten irgendwas auf Marschroute zu einer Filmkarriere. Also verkaufte er Popkorn im kalifornischen Fairfax Kino. Schliesslich hielt er sich bei Onkel Francis als Anspielpartner für die Castings von „Rumble Fish“ über Wasser, die ihm in dem Streifen die Rolle eines der Gangmitglieder abwarfen.







Seine Risikofreudigkeit independent Filme mit einer mainstreamigen kommerziellen Sensibilität zu vermischen hat auf lange Dauer Erfolg gewährleistet. In der Tat hat Cage seit seinem Oscargewinn für „Leaving Las Vegas“ 1995 eine Strategie entwickelt zwischen freakigen, unkonventionellen Rollen und total anderen, eher kommerziellen Action Blockbustern hin und her zu pendeln wie sonst kein anderer.






Doch für seine eigenwillige Interpretation der Charaktere erntete Cage auch schon böses Blut. Die Coens sahen in ihm eigentlich einen Hollywoodschönling ala Kevin Costner und dann tauchte dieser schrullige Typ mit seinen wild durcheinander fliegenden Haaren am Set auf. Auch bei „Peggy Sue hat geheiratet“ wurde er fast gefeuert, weil er einfach nicht Kathleen Turners „Babe“ sein wollte und die Rolle ein wenig bizarrer verkörperte.


Privat scheinen seine großen Leidenschaften wohl Immobilien und Comics zu sein. Nicht nur Schloss Neidstein im bayerischen Dorf Etzelwang oder Midford Castle in der Nähe von Bath in England haben es ihm angetan, auch das Domizil von John Wayne in Newport Beach in Kalifornien legte sich Cage 2007 für satte 24 Millionen Dollar Kaufpreis zu. Sein selbst gewählter Nachname entstammt dem Marvel-Superhelden Luke Cage, der einer der ersten schwarzen Comicheroen war und Cage’s 2005 geborener Sohnemann Kal-El ist nach seinem Lieblingscomic „Superman“ benannt. 






Der Legenden und Mythen liebende Filmkünstler, dessen Helden harte Kerle wie Clint Eastwood und Jack Nicholson sind, wollte vor seiner Karriere erst Boxer, dann Zauberer oder Rennfahrer werden. Die beiden letzteren Wünsche erfüllte er sich in „Duell der Magier“ oder „Nur noch 60 Sekunden“, aber auch für seine Freunde tut er so einiges. Als er Anfang der 80iger Jahre mit Johnny Depp (der war damals noch Musiker in Florida) eine Runde Monopoly zockte, erkannte er seine Begabung und ermutigte ihn, es mal mit der Schauspielerei zu probieren. Nach einem Treffen mit Cage’s Agenten startete Depp’s Traumkarriere.






Auch die Ladys standen bei Mister Cage Schlange: Affären werden ihm mit DiCaprio-Freundin Kristen Zamg, Uma Thurman oder Model Christine Fulton, mit der er seinen erstgeborenen Sohn Weston (1992) zeugte, nach gesagt. Von 1995 − 2001 war er mit Kollegin Patricia Arquette verheiratet. 2002 Schnappte sich Nic dann die wohl größte Trophäe eines jeden hingebungsvollen Elvis Fans: Presley’s Tochter Lisa Marie, mit der er 2 Jahre verheiratet war. Seine jetzige Frau Alice Kim Cage entführte er aus einem Sushirestaurant in dem die 20-Jährige kellnerte und schleppte sie gleich zum Traualtar.
Es war in den Neunzigern, vor seiner Rolle in „The Rock“ (1996), als Cage’s Weg noch auf Independent-Film-Exzesse geebnet war. 


Er glänzte in abgefahrenen Streifen wie „Raising Arizona“, „Vampire’s Kiss“ (Indem er in selbstloser „method- acting-manier“ lebendige Kakerlaken mampfte) oder David Lynch’s überladenem „Wild at Heart“, bis Superproduzent Jerry Bruckheimer etwas ganz anderes in Cage’s wilden Augen sah. Er sah einen großen Hauptdarsteller. Jemanden der fähig war Kraft und Komplexität in die Rolle eines Actioncharakters zu bringen. Mit Krawall-Hits wie „Con Air“ oder „Face/Off“ positionierte sich Cage in den späten Neunzigern als erste Adresse für harte Actionkost und löste Muskelpakete wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone von ihrem Thron ab. Seitdem schöpft er seine Angebote aus vielen verschiedenen Quellen, schwankend zwischen riesigen und eher kleinen Projekten. Wenige erinnern sich wohl an „Windtalkers“, „The Family Man“ oder „Bangkok Dangerous“, aber Cage gibt nicht auf. „Natürlich muss ich arbeiten“, sagt er in einem Interview, „ich finde immer wieder etwas Befriedigendes in meinen Rollen“. Das kann man gerne unterschreiben, wurden wir doch erst kürzlich Zeuge wie er den Killer-Superhelden Big Daddy in „Kick Ass“ spielte oder seine skurill oscarreife Darstellung des abgefuckten Iguana-beobachtenden Bullen in Werner Herzogs verrückten „Bad Lieutnant“ meisterte.





Bereuen wird er wohl keine seiner Entscheidungen. Aber wieso sollte Nic Cage, der erst vor kurzem Leonardo DiCaprio bei einer Auktion mit 276.000 Dollar den echten Schädel eines Tyrannosaurus Rex weg kaufte, irgendetwas bereuen? Das einzige, was er an seinem Lebensende wirklich bedauern wird, ist der Verlust der drei Comic-Bücher, die aus seinem Privatbesitz geklaut wurden und nie wieder zu ihm zurück fanden. Darunter war auch die Erstausgabe von „Superman“. Lieber Nic, wir trauern mit dir.