Posts mit dem Label exploitation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label exploitation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. März 2011

Schräge Filmreihe


Billy the Kid geht auf Vampire los, Paul Naschy verwandelt sich in einen Werwolf und Hung Chuen Lau versucht die Seele seiner Traumfrau zu retten. Das gibt es doch nicht? Doch, gibt es. Das Babylon in Mitte und die "Freunde des schrägen Films" machen es möglich.

Jeden Montag wird hier präsentiert was in verstaubten Filmrollen-Kellern alles so gefunden wurde. Für alle die das zehnte Remake, Reboot, Prequel, Sequel oder den Extended Cut im Multiplex nicht mehr ertragen können, zeigt sich hier eine recht gelungene Kinoabend-Alternative auf.

Jede der Filmreihen hat ihr eigenes Motto, so wurde hier schon "Hitlers Resterampe" heraufbeschworen, amerikanische Monsterfilmauswüchse ans Tageslicht gebracht oder im Fundus französischer Kriminalfilme der 70er Jahre gewühlt. Aktuell dreht sich alles um Vampire. "Nachts sind alle Zähne spitz" schimpft sich das Programm, das fernab von TWILIGHT und Co. blutgierige Halsbeisser zeigt. Vergesst die Glitzerei bei Sonnenlichtkontakt oder schleimige Liebesstorys ohne Sex. Hier geht es richtig zur Sache.

Das Programm:

Montag, 7. März 2011 um 21.30 Uhr im BABYLON
BILLY THE KID VS. DRACULA
USA 1966, R: William Beaudine, D: John Carradine, OF, 95 Min.

Graf Dracula (John Carradine) bereist den Wilden Westen. Tagsüber fährt er mit der Postkutsche durch die Prärie, nachts verwandelt er sich in eine Fledermaus und saugt schönen Mädchen das Blut aus. Als falscher Onkel will er auch die knackige Betty beißen. Doch er bekommt es mit dem Revolverheld Billy the Kid zu tun, der eigentlich seine Kanone an den Nagel gehängt hat und auf Bettys Ranch arbeitet. Als den klassischen Western das Publikum ausblieb und kein Geld mehr für Horrorfilme alter Schule aufzutreiben war, schlug die Stunde der Resteverwerter, allen voran William „One Shot“ Beaudine. Dabei machen Titel wie „Bela Lugosi meets a Brooklyn Gorilla“ (1952) und „Jesse James meets Frankenstein’s Daughter“ (1966) nur einen geringen Teil seiner über 350 Filme aus.




Montag, 14. März 2011 um 21.30 Uhr im BABYLON
A CHINESE LEGEND (MOON LEGEND / ZHUI RI / CHUI YAT)
Hongkong 1991, R: Hung Chuen Lau, Kantonesisch mit englischen Untertiteln, 91 Min.

Der Vampir als Dein Freund und Helfer! Schwertkämpfer Kar Yat-Long (Jacky Cheung) hat immer denselben Traum: Er sieht eine verschleierte Schönheit und fällt kurz darauf in einen bodenlosen Abgrund. Sein Traum wird Wirklichkeit, als er eines Morgens mit einem Frauenarmband in der Hand aufwacht und kurz darauf Ku Moon-Cher, die Frau aus seinen Träumen, trifft. Bauern haben sie als Opfer auserkoren, um einen bösen Geist zu besänftigen. Kar tut sich mit der bezaubernden Ching, einer gefährlichen Fuchsfee, die darauf spezialisiert ist, Männern das Blut auszusaugen, und einem alten Meister (Wu Ma) zusammen, um die Seele seiner Traumfrau zu retten.




Montag, 21. März 2011 um 21.30 Uhr im BABYLON
DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA (LA MARCA DEL HOMBRE LOBO)
Spanien/Deutschland 1967, R: Enrique Eguiluz, B/D: Paul Naschy, DF, 95 Min.

Graf Waldemar Daninsky (Paul Naschy) bringt den Werwolf Graf Wolfstein zur Strecke, wird dabei aber verwundet und mutiert bei Vollmond selbst zur Bestie. Er lässt sich deshalb anketten. Seine Geliebte ruft einen Doktor und seine Gattin zu Hilfe. Doch leider entpuppen sich die beiden als Vampire, die Graf Wolfstein zu neuem Leben erwecken. Inspiriert von berühmten Universal- und Hammer-Filmen schrieb der Gewichtheber und Schauspieler Jacinto Molina alias Paul Naschy das Drehbuch über den Werwolf und übernahm auch selbst die Rolle des Waldemar Daninsky. Für das Horrorkino in Spanien und Europa wurde die stimmungsvolle Inszenierung des ursprünglich wohl in 3D gedrehten Films stilbildend. Obwohl in dem Film Werwölfe und Vampire miteinander ringen, setzten ausländische Verleiher noch einen oben drauf. In Deutschland hieß der Film „Die Vampire des Dr. Dracula“ und in Amerika „Frankenstein’s Bloody Terror“.





Mehr Infos gibt es auf der Babylon Homepage. 
Der Schräge Filme Blog ist leider ein wenig eingestaubt... 







Samstag, 25. Dezember 2010

Gesichtet: "Nude Nuns With Big Guns"



Nude Nuns with Big Guns
USA 2010

Filmstart: 24. September 2010
Laufzeit: 91 Minuten 


Regie: Joseph Guzman
Mit: Asun Ortega, David Castro, Sarah Emmons, Jose Martinez

Links:
rottentomatoes: no score
imdb: 3,9
ofdb: 5,1
boxofficemojo: keine angabe 






Im Fahrwasser von Quentin Tarantinos und Robert Rodriguez Exploitation Abenteuer "Grindhouse", tauchen seit Erscheinen des Double Features immer wieder kleine, sleazige und verrückte Produktionen in den Videothekenregalen auf. "Nude Nuns" ist eine dieser ausgeflippten Billig-Budget Granaten, die gepfeffert mit 70iger-Jahre-Ästhetik und verfeinert mit ein paar Litern Gore einen erstaunlich, unterhaltsamen Videoabend bieten kann.


Natürlich ist bei so einem aussagekräftigem Titel die Erwartungshaltung groß. Auf das Konto von Regisseur Guzman ging auch schon ein Streifen mit einem ähnlich theatralischem Titel - der 2009 produzierte "Run Bitch Run" überzeugte aber leider nicht allzu sehr. Anders ist es hier.


"Nude Nuns with Big Guns" ist ein bunter Cocktail, zusammengesetzt aus Nunsploitation, Sexploitation, Dirty Biker Elementen und einer Priese fieser Gewalt. Kurz: Ein Film den Tarantino und Rodriguez sicher lieben würden. Da das Exploitation-Genre gerade boomt und nicht nur Charakter-Gesicht Danny Trejo im Kino kürzlich als Mexikanischer Held "Machete" gefeiert wurde, sondern auch Kultstar Rutger Hauer als bewaffneter Penner in "Hobo with a Shotgun" ein paar bösen Buben den Kopf wegblasen darf, ist es natürlich auch endlich mal an der Zeit, dass schicke Nonnen sich nicht nur ausziehen, sondern auch bis an die Zähne bewaffnen. Auftritt Sister Sarah: Das hübsche Ding will eigentlich nur brav Nonne werden, doch die korrupten Priester pumpen die liebe mit Drogen voll und ziehen es vor, ihr lieber das Gehirn zu waschen und sie in der Strip-Bar "Titty Flicker" die Titten schwingen zu lassen. Nach einer etwas größeren Heroin-Dosis steht Sarah bei einer Nahtod-Erfahrung plötzlich dem Herren persönlich gegenüber -- und was hat der Allwissende zu sagen? 


Natürlich! Gott überredet Sarah sich an all denen zu Rächen die ihr was angetan haben und das sind so einige in ihrem Dorf. Bewaffnet mit Gottes Willen und einem Mega Arsenal an riesen Ballermännern nimmt das Gemetzel seinen lauf. Doch auch die Kirche hat so ihre Mittel und lässt ihre Hirten nicht einfach so über den Haufen schiessen, sondern heuert lieber die lokale Motorrad-Gang "Los Muertos" an um Sarah fertig zu machen. Halleluja! 

Fazit: 

Ein wieder erwartend großartiger Soundtrack, Dope dealende Priester, strippende Nonnen, gewaltverherrlichende Biker, viele heisse, nackte Chicks, aberwitzige Dialoge auf mexikanischem Telenovela-Niveau und Massen an rauchenden Wummen, machen einfach höllisch Spaß und bieten einen Exploitation-Streifen der sich sehen lassen kann. 


60%

Trailer:




Text: Markus Breuer
Fotos: Promo