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Montag, 2. Februar 2015

Gesichtet: Jupiter Ascending




Jupiter Ascending 


USA 2015 

Regie: Andy + Lana Wachowski
Darsteller: Mila Kunis, Channing Tatum, Eddie Redmayne, Sean Bean

Laufzeit: 129 Minuten 


IMDB Link 


Boxoffice Infos 


Rottentomatoes








Verdammter Alltag. Jeden Tag um 4:45 Uhr aufstehen, Putzhandschuhe überstülpen, die Toiletten der Reichen sauber machen und den Müll der Wohlhabenden raus bringen: Mila Kunis hasst ihr Leben. Warscheinlich genauso wie Tausende andere Wecker-Sklaven mit einem der vielen anderen ehrlichen Jobs in der Dienstleistungs-Industrie. Ewwwwwwwwwwwww: Früh aufstehen! 

Würde es einen Zentralrat der Putzfrauen oder eine Gewerkschaft der Dienstmädchen geben, sie wäre “not amused” über den neuesten “Wachowski”-Brüder-Film. Alle Großgrundbesitzer sollten ihren Angestellten auf jeden Fall so wenig zahlen, dass sie sich keine Karte für dieses 3D-Science-Fiction-Märchen leisten können. Denn, Andy und Lana Wachowski haben die rettende Lösung aus der Kloputz-Misere: Channing Tatum.

Für alle Damen und Herren die es satt sind den Mist der anderen auf zu räumen, für alle die endlich die Klobürsten zur Seite legen wollen, gibt es eine Rettung. Denn, wie es uns “Jupiter Ascending” weiss machen will. Hinter jeder Klofrau könnte auch eine Prinzessin stecken. Es sei denn ihr heldenhafter Prinz findet sie und befreit sie aus ihrem scheiss Leben. 

Prinz, gefallener Engel, Außerirdischer und Wolfsmensch: Channing Tatum

Doch starten wir am Anfang der Geschichte: Bildfüllend ist eine große Packung Vaseline zu sehen. Anders als in “Kill Bill”, soll die Creme in “Jupiter Ascending” allerdings eine emotionale Bindung zwischen einem Pärchen darstellen. Hier schmiert ein liebevoller Ehemann den gigantischen Kugelbauch seiner Frau mit der Salbe ein, damit keine Hautstreifen entstehen. Ewwwwwwwwwwww… Ein irgendwie verfehltes Bild, dass von Oben gefilmt nicht gerade den gewünschten sentimentalen Effekt erzielt. Na ja: Aus dem Kugelbauch wird alsbald Mila Kunis geboren. Alias Jupiter Jones: Nein — Nicht die Band aus der Eifel, die seit Herbst 2002 durch die deutschen Charts geistert. 




Jupiter Jones ist nämlich nach dem coolsten und größten Planeten unseren Sonnensystems benannt worden. Tja und doch klappt es mit dem Erfolg nicht so und unsere Jupiter kämpft sich täglich durch ihre Low-Life-Misere. 

Als sie, um ein wenig Geld in die Familienkasse zu spülen, ihre Eizellen verchecken will, wird Madame Jones im Krankenhaus fast von Aliens umgenietet. Wäre da nicht Channing Tatum alias Caine. Eine genetische Mischung ("Splice") aus Wolf und Mensch mit einem Sechs-Millionen-Dollar-Gehör, sexy Narben am Körper und — Wie es uns die “Twilight”-Trilogie bei Werwölfen gelehrt hat — mit der Ambition die meiste Laufzeit des Films Oberkörper frei herum zu laufen. Wie dem auch sei. Eigentlich ist unsere Kloputzerin nämlich die genetische Reinkarnation der Mutter einer etwas degenerierten Weltraum-Dynastie die im Begriff ist das komplette Universum zu unterjochen. Da wäre zum einen der Herrscher Balem: Eine Mischung aus Nosferatu, David Bowie und Gary Oldman in “Das fünfte Element” der - wenn er nicht gerade verloren in Gedanken in seinem pompösen Tron herumsitzt - cholerisch in der Gegend herum schreit und anderen Leuten fiese Verträge aufdrängen will. 

Die fiese Weltraumfamilie
Und zum anderen Titus: Eine Mischung aus Weltraum-Don-Juan und Barbies-Traummann Ken, der sich ungern bei der Auslebung seiner Promiskuität stören lässt und so fiese Sachen plant wie Hochzeiten. 

Ein Glück hat Jupiter Jones ihren Wolfsmenschen. Immer wieder muss er sie aus den brenzlichsten Situationen retten. Da wird ein — bei “Superman - Der Film” geklauter — emotionaler eng umschlungener Flug das Hochhaus hinauf schnell zum interstellaren Kampf mit nervigen Außerirdischen. Laserwaffen schiessen durch die Lüfte, Raumschiffe reißen in Teile, Bürohäuser fliegen auseinander aber trennen kann unsere Turteltäubchen nichts. Es ist als wäre ein Engel vom Himmel gefallen der unser Dienstmädchen an malerische Orte bringt und sie zur Prinzessin macht. Irgendwann wird sie schon mit dem Kopf im Klo aufwachen und realisieren, dass sie wieder zu lange am Putzmittel gerochen hat, denkt man sich, bis ihre Majestät wieder in den nächsten mysteriösen Plot-Point stolpert. 

Die "Aschenputtel"-Mär fühlt sich so an als hätte Disney einen Science-Fiction-Film gedreht und vergessen seine Charaktere auch singen zu lassen. Alle Anleihen sind mit drin. Sei es “Die Schöne und das Biest”, “Cinderella” oder “Frozen”, dabei wirkt “Jupiter Ascending” leider nicht wie ein Pixar-Film, sondern wie die Essenz allem oberflächlich-langweiligem aus dem Disney-Universum. Sei es der Böse Balem der in seinem fiesesten Moment wie der Dath Vader des Kapitalismus schreit “Zu Leben ist zu Konsumieren!”. Oder seien es die Bienen, die sich um Jupiter Jones formieren und ihren Bewegungen gehorchen, weil — wie wir ja wissen — Bienen genetisch dazu prädestiniert sind, einer Königin zu folgen. Alles irgendwie unfreiwillig komisch, alles irgendwie auf 08/15 Studiofilm-Niveau. Wo ist die Kreativität der Wachowskis, die in "Bound" einen unheimlich spannenden Thriller vorlegten? Wo sind die auf die Sekunde genau getimten Actionszenen, die uns in "Matrix" staunen liessen? Alles wirkt so unspektakulär und überholt. Immer wieder erinnern uns die Charaktere daran, wie klein und unbedeutend doch die Menschheit ist. Wie hochnäsig sie auf der anderen Seite aber auch ist, wenn sie behauptet, die einzige intelligente Rasse im Universum zu sein. 

Und dann haben diese weit-entwickelten anderen Lebewesen, dessen Ziel es ist die Prinzessin zu töten, nichts anderes zu tun als unsere Heldin mit der exquisiten bösen und niederträchtigen Kunst einer Dinnereinladung fertig zu machen. 

Showdown am Dinnertisch
Sie in wunderschöne Kleider zu stecken und sie vor einem jubelnden Volk Zwangs-zu-Verheiraten.

Fies: Ein Ehevertrag und tolle Kleider

Oder sie dazu zu zwingen Verträge zu unterschreiben. Leben ist ein Akt des Konsums" wettert Bösewicht Balem gegen die Prinzessin der Erde und irgendwo zwischen den herumfliegenden Laserstrahlen und Channing Tatums Anti-Gravitations-Rollerblades ist der Aufruf versteckt, sich nicht andauernd den neuesten Schwachsinn holen zu müssen. Wer braucht schon Fernseher mit höherer Pixeldichte, Spielekonsolen mit größerer Auflösung und den neuesten 4K-Blu-Ray-Player? Niemand! Wir alle könnten einfach nur jeden Tag Klos putzen gehen und davon Träumen eines Tages die Prinzessin der Welt zu sein. Doch dann wäre es uns nicht möglich den "Jupiter Ascending"-Soundtrack in der Doppel-CD in glasklarem Master Audio zu gönnen, das Spiel zum Film zu zocken oder die HD-3D-Version mit Making-Of's und vielen Fotos Hinter den Kulissen der Dreharbeiten zu geniessen. Ewwwwwwwwwwwwwwwwww... 

Ewwwwwww... noch mehr sexy Kleider und ein Dinner

Ein Hoch auf den Kapitalimus: Infinity-Pool mit Jupiter-View



Interview mit Channing Tatum zu "Jupiter Ascending":

Andy + Lana Wachowski über ihre Lebensgeschichte:

Trailer: Bound (1996) 


Wachowskis über "Bound" 


40% 
Fotos: Warner Bros Entertainment 
Text: Markus Breuer

Donnerstag, 2. Februar 2012

Trailer des Tages: 0000

Ein philosophischer Science-Fiction-Film? Wieso eigentlich nicht!
Newcomer Eddie Alcazar werkelt seit geraumer Zeit an seinem "0000" Streifen.

Noch nicht ein mal fertig und schon jetzt freuen sich Hunderte Fans auf einen mal etwas anspruchsvolleren Film aus dem Subgenre.

Hier eine Synopsis:

The mind of one man will galvanize a global revolution. His technology will birth a new era of human existence and social connection, but this great gift is rooted in dark tragedy. If he is to survive, he will need the help of many, and if we are to survive, our awareness must grow.







One man's creation will help form a collective consciousness.




Weiterführende Links:

www.0000themovie.com

facebook.com/0000themovie

Montag, 7. März 2011

Albert Pyun's Cyborg Dir. Cut gets a Trailer



CYBORG ist einer dieser Van-Damme-Streifen, die es seit den Achtzigern, in hart gesottenen Fankreisen  zu Kultstatus gebracht haben. Für die einen sei es eine kleine Science-Fiction-Perle für die anderen ein ultra-billiger TERMINATOR-Fake mit Kiesgruben-Ästhetik.  

Was bereits 1989 bekannt war, ist die wilde Geschichte die sich um die Produktion herum abspielte. Pyun wurde schnell aus dem Schnittraum verbannt und dessen Director’s Cut von Cannon und Van Damme einkassiert und radikal um geschnitten. Einiges an Gewaltszenen ging dabei verloren, der originale Rock-Score von Tony Riparetti und Jim Saad, und die einen oder anderen Voice Overs vom Hauptdarsteller. Pyun selbst, sieht in seiner Version eine ruppige Art-House-Fassung die das Innenleben des Hauptdarstellers näher beleuchtet als die hiesige Fassung. 

Das gute Stück wurde im Workprint-Niveau auf VHS von Tony Riparetti persönlich entdeckt. Pyun selbst wettert auf seiner Facebook Page täglich mit neuen news zu Produktionsstand des neues Materials und hat persönlich ein Telecine erstellt, dass unter der Email "curnanpictures@gmail.com" bestellt werden kann. 

Die Qualität des Ausgangsmaterials kann mittlerweile schon mal im Zuge eines neuen Trailers bewundert werden.


Freitag, 11. Februar 2011

Gesichtet: "I Am Number Four"

I AM NUMBER FOUR 
Filmstart: 17.03.2011
Regie: D.J Caruso 
Produzent: Michael Bay 

Der Weltraum, unendliche Weiten. Irgendwo da Draußen gibt es die ultra bösen Mogadorianer. Die haben nicht ganz erfolgreich den Planeten Lorien ausradiert. Nicht ganz, weil neun Kinder mit ihren Beschützern entkommen konnten und auf der Erde Unterschlupf suchen. Klar, will man zu ende bringen, was man angefangen hat und so werden die letzten neun nacheinander aufgespürt und abgemurkst. 

Michael Bay hat in seiner Laufbahn als Regisseur schon den halben Planeten in Schutt und Asche ballern lassen. Sein Name steht für Krawall ohne Hirn und Verstand, für Effektorgien und Charaktere die nichts weiter als leere Hüllen sind. Auch I AM NUMBER FOUR hat den Bay-Stempel abbekommen, agiert der Herr hier doch als Produzent. Und was flickt man da zusammen, wenn man mal den Regiestuhl bei Seite schiebt und am Produzenten-Schreibtisch Platz nimmt? Natürlich, einen Sci-Fi-Teenie-High-School-Streifen. 

Das kann jetzt der totale Schrott aber auch unterhaltsame B-Ware, getarnt als A-Film werden. I AM NUMBER FOUR reiht sich leider eher in erstere Schublade ein. Pirschen wir uns mal heran, an die Geschichte. Also, da haben wir Alien John Smith, der mit seinem Beschützer aka Vaterfigur Henri (Timothy Olyphant) von Stadt zu Stadt reist. Warum? Weil, immer wenn es brenzlich wird und einer der Erdlinge mit bekommt, dass mit John was nicht stimmt, haut man eben in die nächste Stadt ab. Brenzlich? Genau, weil Außerirdische vom Planeten Lorien zwar aussehen wie Menschen, dafür aber wild tätowiert sind und ab und an anfangen zu leuchten. Ja, sie leuchten. Am liebsten aus den Handflächen, mit bläulichem Licht, dass auch gern mal als Taschenlampe verwendet wird. Herrlich, leuchtende Handflächen – Ein Traum für jeden Filmkritiker. 



Doch, dass ist nicht alles. Diese B-Movie Jediritter können mit ihren Händen auch Objekte bewegen und gegen Wände werfen, Plasma schiessen oder Menschen in der Luft schweben lassen. Ein wenig wirkt das alles so, als hätten Regisseur D.J. Caruso und Michael Bay in letzter Zeit zu viel „The Force Unleashed“ gezockt. Egal. die High School ist ja auch noch da. Mit allem drum und dran, den hübschen Sportlern, die die Nerds ärgern und natürlich hübschen Mädels. Hier in Form von „Glee“-Mieze Dianna Agron in die sich unser Außerirdischer auch schnell verliebt. Leider will bei der ganzen Geschichte trotzdem überhaupt keine Spannung aufkommen. Viel zu vorhersehbar, viel zu einfach konstruiert und viel zu viele Szenen die einen zu bekannt vorkommen. Überall wird sich bedient, ob bei Actionszenen aus TERMINATOR II, oder den schuttigen TWILIGHT-Filmen und jedem Superhelden-Vehikel der letzten Jahre. Immer glaubt man sich in einer Wiederholung eines besseren Films wieder zu finden. Na ja, dafür gibt es ja atemraubende Action? Nope, auch hier ist I AM NUMBER FOUR eher auf flackernder Sparflamme gegart. Hier und da fliegt mal was in die Luft und dann gibt es noch diese sportliche Blondine mit der roten Ducati, die sich hin und her beamen kann und leidenschaftlich gern Mogadorianer absticht. Aber wer das genau ist? Warum sie ein Haus anzündet und während es explodiert in Zeitlupe vorne weg läuft? Wir wissen es nicht und werden es vor Teil 2 oder 3 auch nicht herausfinden. 



I AM NUMBER FOUR ist so schamlos auf Fortsetzungen angelegt, das es kracht. Am Ende des Films beginnt eigentlich erst die richtige Geschichte. Ob da nicht ein wenig zu hoch gepokert wurde? Auch der wesentlich bessere JUMPER hat es nicht zu einem Sequel geschafft, genau wie THE SORCERERS APPRENTICE der als Trilogie angelegt war. High School Beaus mit Übermenschlichen Fähigkeiten sind einfach zu ausgelutscht. Ein wenig Freude kommt immer dann auf, wenn es zwischen den „Aliens“ zu kleinen Auseinandersetzungen kommt. Aber Blut? Keine Spur. Das blutigste ist noch die dörfliche „Heu-Grusel-Bahn“, sonst stirbt da jeder Kindgerecht, wird zu Stein und zerfällt zu Staub. Die bösen ballern brav mit rotem und die Guten mit blauen Plasma-Zeugs durch die Gegend, immer schön klare Verhätnisse auf der Leinwand schaffen. Aber was hat es mit diesem ominösem Buch auf sich in das John keinen Blick gewagt hat, wo sind die anderen Überlebenden von seinem Heimatplaneten, warum atmen die Fieslinge durch Kiemen und haben hässlige Zähne, während die Lorien-Aliens sich locker in jeder High School integrieren können? Fragen über Fragen, die man sich stellen könnte, aber nicht muss. Denn nach der Sichtung ist der Streifen auch schon wieder vergessen. In jedem Videothekenregal sicher gut aufgehoben, im Kino hat der Weltraum-Müll allerdings nichts zu suchen.

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