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Donnerstag, 13. Januar 2011

Trailer des Tages: "The Housemaid"

In Cannes gefeiert! Der koreanische, erotische Thriller scheint ein kleines visuelles Meisterwerk zu sein.

Freitag, 31. Dezember 2010

Gesichtet: "Troubleshooter"


Troubleshooter
OT: Hae-gyeol-sa
Korea 2010

Filmstart: 09. September 2010
Laufzeit: 99 Minuten 

Regie: Hyeok-jae Kwon
Mit: Kyung-gu Sol, Jung-Jin Lee, Dal-su Oh

Links:
rottentomatoes: no score
imdb: 6,4
ofdb: 5,6
boxofficemojo: nicht vorhanden

Sol Kyung-Gu ist einer der bekanntesten koreanischen Schauspieler. Spielte in "Another Public Enemy" oder "Silmido" mit, doch jetzt geht es ihm in "Troubleshooter" an den Kragen. Als Kang Tae-Sik erlebt der Charakter-Mime 24 Stunden Terror. Der Ex-Cop ist
mittlerweile Privatdetektiv und und geht den Fall eines Anonymen Klienten nach. Gerade ist der Abend noch in Ordnung, da steht Tae-Sik plötzlich als Mordverdächtiger in einem Hotelzimmer und tritt fortan von einem Fettnäpfchen ins andere. Irgendwer hat es auf ihn abgesehen, irgendwer der auch gleich mal anruft und über das Handy Instruktionen verteilt. "Verschwinde über das Dach", "mach was ich sage, dann passiert dir nichts" blabla...

In "Troubleshooter" wird telefoniert, viel telefoniert. Gesprochen, geschrien und sich auseinandergesetzt wird hier fast nur über das Handy. Handys werden vertauscht, geklaut und sind allgegenwärtig. Alle zwei Minuten zückt jemand sein Mobiltelefon. Entweder ruft Tae-Sik seine Tochter an, der erst mal erklärt werden muss, dass es mit dem Abholdienst aus der Schule, aus gegebenen Anlass nicht so klappt. Oder die Polizisten, die dem vermeintlichen Mörder auf der Spur sind, telefonieren mit Kollegen und Zeugen, es ist immer wer an der Strippe. Wenn gerade kein Handy zur Stelle sein sollte, oder man angst hat, abgehört zu werden, kein Problem, Tae-Sik rennt auch mal eben zur Telefonzelle. Ein Kommunikations-Thriller aus dem neuen Jahrtausend so zu sagen. Ungefähr zur Halbzeit des Streifens fragt man sich dann, warum jeder in Südkorea eines dieser Klapphandys hat -- Jeder. Na ja, egal. Die Aktion und die Kameraarbeit sind großartig. 

Die ausreichend, vorhandenen Actionszenen sind sehr reduziert, auf Faust und Messer-Kämpfe beschränkt. Doch Mitten im Geschehen ist der Zuschauer mit Nahaufnahmen und Wackelkamera -- Realismus wird beim "Troubleshooter" groß geschrieben. Wenn hier jemand auf die Fresse bekommt, oder mit dem Kopf gegen ein Waschbecken geknallt wird, dann tut das beim zusehen richtig weh. Und die Kamera-Arbeit, super! Die Kamera fährt in Lüftungsschächte, schleicht sich durch Hausflure und ist immer im dynamischen Geschehen verankert. Coole Neon beleuchtete Sets, setzen noch einen drauf und dann ist die Geschichte auch Nebensache, wenn schnell der nächste Messerkampf wieder für Spannung sorgt. "Troubleshooter" ist ein klares Beispiel für "Stil über Substanz"-Filme, sieht aber ultra teuer produziert aus und bietet solide Unterhaltung für den Videoabend.

60% 




Text: Markus Breuer
Fotos: Promo 

Sonntag, 26. Dezember 2010

Gesichtet: "The Man From Nowhere"




The Man From Nowhere
OT: Ajusshi
Korea 2010

Filmstart: 24. September 2010
Laufzeit: 119 Minuten 
Regie: Jeong-beom Lee
Mit: Bin Won, Sae-ron Kim, Tae-hoon Kim, Thanayong Wongtrakul, Do-won Jeong

Links:
rottentomatoes: no score
imdb: 7,9
ofdb: 7,4

boxofficemojo: 43 Millionen








Hier ist er, der Südkoreanische Über-Blockbuster "Ajusshi". Ein Film wie ein Faustschlag in die Magengrube. Brutal, ultra-realistisch und gespickt mit Atem raubenden Actionsequenzen -- ja -- zurecht, der Streifen mit dem höchsten Einspielergebnis des Jahres 2010 in seinem Herkunftsland. "The Man From Nowhere" startete im August in Südkorea und übertraf damals sogar den Nolan-Hit "Inception", der gleichzeitig anlief.

Ein paar Wochen später ging es mit dem stylischen Actionkracher erst mal auf Festival-Tour. In die Filmauswahl des "Fantastic Fest" in den Staaten schaffte es der Film und Eröffnungsfilm des "London Korean Film Festival" durfte sich "Ajusshi" samt Roter Teppich Allüren auch schimpfen. In Deutschland müssen Fans wohl auf eine DVD-Veröffentlichung warten, doch momentan ist nicht mal ein Verleih auf den Streifen aufmerksam geworden. Schade, denn "The Man From Nowhere" hat es durchaus verdient von einem großen Publikum gesehen zu werden.

Wir befinden uns auf den Strassen von Südkorea, sehr hell und bunt ist es hier nicht. Es scheint, als würde es den ganzen Tag nur regnen, die Gehwege sind voller Müll, Grautöne sorgen für eine beklemmende Leere. Irgendwo in einem der ellenlangen, düsteren Hauseingängen arbeitet Tae-Sik Cha in seiner Pfandleihe. Von anderen Menschen und der umliegenden Zivilisation will Tae-Sik nichts wissen, er ist ein Einzelgänger, sein vergangenes Leben scheint ein einziges Mysterium zu sein. Halt ein Man aus dem Nirgendwo. Doch irgendwie passt das alles nicht so wirklich zu ihm.


So richtig glaubt man Hauptdarsteller Won Bin (der vor seiner Schauspielkarriere erfolgreich als Model arbeitete), seinen ernsten Gesichtsausdruck und die wortkage Einsamkeit nicht. Viel zu hübsch sieht der "lonely pawn-shop guy" aus, der sein Gesicht hinter langem Emo-Style-Haar versteckt und eher wie ein K-Pop-Teenie-Held drein schaut, als ein einsamer Rächer. Doch alles egal, denn die talentierte Jungdarstellerin Sae-Ron Kim hilft direkt wieder in die düstere Geschichte ein zu tauchen.

So-Mi (Sae-Ron Kim) hat nicht gerade das Vorzeige-Leben einer 9-Jährigen. Sie lebt mit ihrer fluchenden, total verkorksten Mutter direkt neben der Pfandleihe. Langsam nähert sie sich Tae-Sik, wird zu seinem einzigen sozialem Kontaktpunkt und erhellt sein tristes Dasein mit selbst, zusammengestellter Musik aus ihrem Mp3-Player. Als Gegenleistung darf die Kleine auch mal bei ihm pennen, wenn Mama sie wieder nach einer zu starken Heroin-Dosis brüllend vor die Tür setzt. So weit so gut.

Das man auf Herion nicht gerade die hellsten Entscheidungen trifft, beweist Mama Hyo-seo Kim als sie ihren Dealer umhaut und ihm seinen Stoff klaut. Der Stein mit den bösesten Schicksalsschlägen kommt ins Rollen. Wer den Film jetzt schon für zu abgründig hält, der war wohl noch nie in Südkorea. Ab hier geht es immer tiefer Bergab in Richtung gewalttätige Drogendealer, brutale Cops, Organhandel und Kindesentführung. Man fragt sich, wie unangenehm es war, das alles so detailreich zu recherchieren.

Natürlich weist die Geschichte in ihren besten Momenten, wie beispielsweise Tae-Siks Vergangenheit, die langsam ans Tageslicht kommt, einige interessante Wendungen, aber auch Ecken und Kanten auf. Was den Film jedoch wirklich sehenswert macht, ist die ultra, stylische Inszenierung. Zähneknirschende Messerkämpfe aus der Ich-Perspektive, visuell-beeindruckende Ballerorgien und bluttriefende Rachegelüste inszeniert Regisseur Jeong-beom Lee in seinem erst zweiten Film, zu dem er auch das Drehbuch beisteuerte, mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen. Er ist nicht perfekt, der Mann aus Nirgendwo, aber kann sich durchaus sehen lassen und lässt auf zukünftige Projekte des Teams hoffen.

Fazit: 

70%

Das Team hinter den Kulissen, bei den Dreharbeiten zu einigen der Actionszenen.

Trailer:



Text: Markus Breuer
Fotos: Promo